Tag 1

Unser BOGY begann am 17.02.2020 mit dem langen Weg von der S-Bahn-Station quer über den Campus zum VISUS-Gebäude an der Uni Stuttgart. Dort wurden wir von unserem Betreuer begrüßt und bekamen im Eyetracking-Labor eine Einführung dazu, was eine Uni ist und was wir die nächsten Tage machen würden.

Anschließend bekamen wir eine Einführung in die Programmiersprache C++, mit der wir auf der Website onlinedgb.com herumprobieren und testen konnten.

Zum Ende des ersten Tages bekamen wir auch schon zum ersten Mal einen Arduino in die Hand gedrückt. Die angewandte Autodidaktik funktionierte überraschend gut, und so wurde uns indirekt auch schon gezeigt wie meistens in der Informatik gearbeitet wird: Wenn man etwas nicht kennt oder nicht weiß, recherchiert man selbst nach einer Lösung und versucht sich so das Wissen selbst anzueignen.

Abb. 1: Ein Arduino Micro. Bild: Leon Kokkoliadis.

Auf diese Art und Weise fingen wir nachmittags bereits an, RGB-LEDs und Servomotoren auf die unterschiedlichsten Arten anzusteuern. So endete der Montag voller Vorfreude auf den nächsten Tag.

Abb. 2: Arduino mit bereits angeschlossener RGB-LED und Servomotor. Bild: Simon Kloos.

Tag 2

Früh am nächsten Morgen wurden wir über die Existenz der seriellen Schnittstelle am Arduino aufgeklärt und durften sofort einen Weg suchen, sie zu verwenden.

Zwischenzeitlich bekamen wir eine kurze Führung durch die Technik der Powerwall im VISUS. Uns wurde erklärt, wozu Visualisierungen in der Forschung angewandt werden und wie die Daten zu sinnvollen Simulationen und Schaubildern verarbeitet werden. Das wurde anhand eines Beispiels erklärt, bei dem ein Aluminiumblock auf Atomebene zu sehen war, der mit einem Laser beschossen wurde. Aus den Daten wurden die Flugbahnen der Trümmer berechnet und visualisiert, damit man sehen konnte, wohin sie größtenteils fliegen.

In die aufwendige und große Technik hinter der Powerwall erhielten wir ebenfalls Einblick und waren über den Aufwand erstaunt, der mit der einfach aussehenden 3D-Simulation auf einer Glasscheibe verbunden ist.

Der Nachmittag verflog mit dem Versuch, mithilfe des Arduinos und einiger Bauteile eine elektronische Schlüsselkarte—einen RFID-Chip—auszulesen. Klingt einfacher als es ist; nach über zwei Stunden war noch immer nur die Hälfte des Problems gelöst.


Tag 3

Am dritten Tag unserer Berufserkundung fingen wir an, mit der 3D-Modellierungssoftware Autodesk Fusion 360 zu arbeiten. Nach kurzer Zeit des Einfindens in das Programm fingen wir an, jeweils ein eigenes Haus zu konstruieren.

Abb. 3: Haus, entworfen von den BOGYs mit der Software Autodesk Fusion 360. Bild: Simon Kloos.

Nach der Mittagspause bekamen wir einen kurzen Einblick in das Eyetracking, bei dem mithilfe von Infrarotsensoren gemessen wird, an welche Stelle des Bildschirms der Nutzer schaut. Diese Daten können dann zum Beispiel als Heatmap oder als Blickverlauf visualisiert werden. So kann man zum Beispiel die effektive Strukturierung von Webseiten erforschen oder die beste Lage für Produkte im Supermarktregal bestimmen.

Tag 4

Der vierte Tag begann mit der Einführung in die Forschungssoftware MegaMol, von der wir eine vereinfachte Schülerversion bekamen. In diesem Programm kann man—wie bei unserer Powerwall-Demo am zweiten Tag—Atome und Moleküle visualisieren und animieren. So kann man verschiedene Daten darstellen, zum Beispiel, wenn man die Atome nach ihrem Energielevel einfärbt.

Abb. 4: Visualisierung eines Proteins mit MegaMol. Atome wurde hier ihrem Energielevel entsprechend eingefärbt.

Weiter ging es mit einer spannenden Demonstration von AR-/VR-Technologien. Augmented Reality (AR) bedeutet so viel wie erweiterte Realität: Mit der Microsoft Hololens konnten wir zum Beispiel ein Hologramm der Milchstraße mitten im Raum platzieren, uns darin umsehen und um sie herumlaufen. Bei der virtuellen Realität (VR) wurden wir in eine vollkommen neue, virtuelle Umgebung versetzt, in der wir uns bewegen konnten und mithilfe von Eyetracking interagieren konnten.

Abb. 5: Interaktion mit der Milchstraße. Malte Eggers und Simon Kloos testen die HoloLens.

Tag 5

Den letzten Tag des BOGYs am VISUS der Universität Stuttgart verbrachten wir gemeinsam damit, dass in den vergangenen Tagen Gelernte zu reflektieren und zu besprechen und darüber nachzudenken, ob die Informatik etwas ist, das wir in unserem späteren Leben machen wollen.

Abschließend haben wir festgestellt, dass dieses Praktikum uns sehr viel gebracht hat und dass wir in der Informatik definitiv gut aufgehoben sind. Wir möchten unseren Betreuern vielmals für diese tolle Woche danken und allen BOGY-Bewerbern wärmstens das Praktikum im SFB-TRR 161 am VISUS der Universität Stuttgart empfehlen.

Vielen Dank für die tolle Woche!

Unser BOGY-Praktikum in Stuttgart

Vier Schüler der 10. Klasse aus Eislingen/Fils, Filderstadt und Lorch. Im Rahmen eines BOGY-Praktikums im SFB-TRR 161 an der Universität Stuttgart konnten sie ihre Programmierfähigkeiten erweitern. Neben der Arbeit an einem eigenen Projekt, bekamen sie Einblick in aktuelle Aktivitäten in der Informatikforschung und die dabei verwendeten Forschungstechnologien.

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